Wie viel ist zu viel? Besuch der Multivision "Fair Future"

Eigentlich ungerecht: Der Zufall wollte, dass wir in einer wohlhabenden Region unserer Welt geboren wurden. Aber weshalb genau ist das ungerecht? Unser Wohlstand fußt auf der Beanspruchung, besser, Überbeanspruchung natürlicher Ressourcen. Wenn man die verfügbare Nutzfläche der Erde durch die Anzahl der auf ihr lebenden Menschen teilt, stellt man fest, dass jedem Menschen rechnerisch etwa ein Gebiet der Größe zweier Fußballfelder zusteht. Dies sollte ihm gerechterweise genügen, um sich zu versorgen. Jedoch verbrauchen wir Deutschen weit mehr, nämlich mit 4,5 ha die Fläche von ganzen sechs Fußballfeldern; wir haben also einen enormen ökologischen Fußabdruck. Wir sahen schnell ein: Das ist in der Tat ungerecht, die vier "Felder" fehlen ja anderen Menschen!

Eine achte und eine zehnte Klasse wurden mit dieser Problematik am Montag, den 13.05. konfrontiert, als sie im Kleinen Haus der Stadthalle eine moderierte Präsentation mit einem halbstündigen Film geboten bekamen. Neben blanken Zahlen und Fakten erfuhren die GCEler auch etwas über die Konsequenzen dieses globalen Ungleichgewichts und wie, falsch, dass man auch als Einzelner gegensteuern kann. Durch das Programm mit dem Namen "Fair Future" führte Herr Simonis von Die Multivision, der nach dem Informationsfilm die Publikumsdiskussion eröffnete. Deutlich wurde dabei, dass wir rein rechnerisch schon lange an den Grenzen der Tragfähigkeit angelangt sind und ein kleiner Teil der Welt auf Kosten der Mehrheit im Luxus schwelgt. Dass die Lösung tatsächlich beim Bürger selbst liege, wurde hingegen eher skeptisch aufgenommen und kontrovers debattiert.

Nicht nur im Biologie- und Geographieunterricht, sondern auch in Wirtschaft und Recht oder Ethik wird dieses Thema den Schülern immer wieder begegnen. Vielleicht gab die spannende Vorführung ja für den ein oder anderen sogar den Anstoß, sich auch abseits der Schule mit derlei drängenden Fragen zu beschäftigen.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern