Ein Stück Heimat im Koffer – Flüchtlingsgeschichten

Wirtschaftliche Krisen in afrikanischen Ländern, Bürgerkriege in Afghanistan und Syrien. Millionen Menschen, junge und alte, verlassen ihre Heimat auf der Suche nach einer besseren Zukunft oder flüchten, um ihr Leben zu retten. Täglich erreichen uns dramatische Bilder und Meldungen über die Medien, die von der Not und Verzweiflung der Menschen berichten, für die oft Deutschland als wirklich sicheres Land mit einer gefestigten Demokratie und langfristiger Perspektive erscheint.

 

Angesichts dieser Situation entstand im GCE die Idee, sich in einer Ausstellung mit persönlichen Schicksalen von Flüchtlingen zu befassen, die in Bayreuth und Umgebung vorläufig Aufnahme gefunden haben. Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe,  vor allem die SMV mit Alina Rösler, Lorenz Hieber, Peter Obradovic und Benedikt Scherm, waren bereit, viel Zeit in die Konzeption und deren Ausführung einzubringen. Die Lehrkräfte Studienrat Florian Achenbach und Studienrat Christoph Kerling bzw. Studienrätin Silke Meier und Oberstudienrat Ulrich Herrmann betreuten die Schülergruppe und organisierten  die Arbeit.

Allen war klar, dass die Ausstellung in kürzester Zeit fertig werden musste, um sie im Rahmen der Interkulturellen Tage der Stadt Bayreuth Ende Oktober zu eröffnen. So war es gut, dass der Nordbayerische Kurier diese Idee unterstützte und redaktionell begleitete. Unter anderem bekamen die Schüler und Schülerinnen ein Interviewtraining. Das Sponsoring übernahmen dankenswerterweise die Firmen Medi und Tennet, bei denen diese Ausstellung nach einer Woche im GCE anschließend präsentiert wird.

Das Konzept der Ausstellung ist zweigleisig. Zum einen wird über ausgewählte Krisenländer wie Syrien und die Situation der Flüchtenden informiert, zum anderen werden zwölf vor allem junge Flüchtlinge in den Interviews vorgestellt, die auch einen Gegenstand der persönlichen Wahl mitbringen sollten, der sie auf der Flucht begleitete. Jeder Mensch besitzt seine Geschichte und man kann sich als Einheimischer nur den Neuankömmlingen öffnen und sie wirklich willkommen heißen, wenn sich beide Seiten wirklich kennenlernen.

Bei der Eröffnung am 26.10. konnten sich die zahlreichen Gäste von der ganzen Mühe, die in die Ausstellung investiert wurde, ein Bild machen und auch mit den Interviewten sprechen. Nach einer einleitenden Begrüßung von Oberstudiendirektor Franz Eisentraut, der gerade den gymnasialen Anspruch betonte, Fragen und Problemen tiefer auf den Grund zu gehen, den anschließenden Grußworten von Verwaltungsdirektor Carsten Hillgruber, Referent der Stadt Bayreuth für Familie, Schule und Soziales, Frank Schmälzle, leitender Redakteur beim Nordbayerischen Kurier, und Sozialarbeiter Sagy Cohen, der in Weidenberg eine Übergangsklasse betreut und dazu einen Film gedreht hat, führte die SMV mit ausgewählten Mitarbeitern an dem Projekt eine Podiumsdiskussion durch, in der noch einmal die Beweggründe für diese Präsentation erläutert wurden.

Anschließend hatte jeder Gast die Muße, die großflächigen Rollups mit politischen Informationen, Fotos und Interviews der Flüchtlinge zu betrachten. Zudem konnte der Film von Sagy Cohen auf Tablets angesehen werden. Abgerundet wurde die sehr gelungene Veranstaltung durch musikalische Beiträge von Schülerinnen und Schülern und ein reichhaltiges Büffet von Engins Ponte.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern