Abiturfahrt Alpen

Wenn zwei Geographielehrer eine Abiturfahrt planen, dürfte klar sein: Das wird kein Strandurlaub für die Schüler.

Die fünfzehn Tapferen wussten allerdings, worauf sie sich einließen: Es sollte unter der Leitung von Frau Dr. Ellenrieder und Herrn Kerling einmal um den Königssee im Berchtesgadener Land gehen. Zu Fuß, versteht sich, mit dem kompletten Gepäck auf dem Rücken, von Hütte zu Hütte, über Stock und Stein, bergauf und bergab.

Montag vormittags stiegen wir in den Zug, der uns bequem nach Berchtesgaden transportierte, von wo aus wir die ersten 400 Höhenmeter aus Zeitgründen mit einem Shuttletaxi hinter uns brachten, um im Alpengasthof Vorderbrand unser erstes Lager zu beziehen. Bereits hier wurde klar: Komfort gibt es nicht - Schüler wie Lehrer schliefen zusammen Matratze an Matratze in einem großen Raum ohne Stromanschlüsse. Dieser Umstand tat der Vorfreude allerdings keinen Abbruch. Ein etwa halbstündiger Spaziergang vor dem Abendessen bereitete uns (nicht) auf die strapaziöse Wanderung des zweiten Tages vor.

Das Wetter am Dienstag war grandios: Bei über 25°C erwanderten wir unsere ersten Grate und quälten uns die Serpentinen kurz vor der Gotzenalm nach oben, von der aus man einen wunderbaren Blick auf das Watzmann-Massiv hatte. Noch eindrucksvoller war die Sicht vom Feuerpalfen auf den 1.000 m tiefer gelegenen Königssee. Viele Schüler blieben dort bis zum Sonnenuntergang und genossen das Alpenglühen.

Die folgende Etappe bestand aus einem nicht minder anstrengenden Marsch zur abseits gelegenen Wasseralm, der sicherlich zu den eindrucksvollsten Strecken gezählt werden darf: Durch einsame Schluchten und entlang an steilen Hängen und führten die Wege, so dass so manchem ganz anders wurde beim Blick ins Tale. Immer wieder ließ uns die Gruppe, die die Tagesleitung übernommen hatte, anhalten, um kurz über Landschaft, Natur und Kultur zu referieren. So konnte man seine Umgebung ganz anders wahrnehmen und marschierte nicht blind durch die Bergwelt.

An der Wasseralm angekommen, wurde spontan das Hydrotop des Naturschutzgebietes geringfügig gestört, indem einige Schüler den Bach (erfolgreich) mit drei Dämmen aufstauten. In der restlichen Zeit wurde an einem weiteren Lauf ein Bootsrennen mit selbstgebastelten Schiffchen veranstaltet, das Herr Kerling nur aufgrund von Sabotage nicht für sich entscheiden konnte.

Der dritte Wandertag sollte uns zum Kärlingerhaus führen. Trotz Bewölkung bis zum frühen Nachmittag ließen wir uns den Spaß nicht verderben: Einige besonders Waghalsige badeten sogar im (eis)kalten Grünsee. Wer noch Energie hatte, schloss sich nach der Ankunft im Haus einer weiteren, etwa eineinhalbstündigen Wanderung auf den Feldkogel an, von dem man den Königssee aus einer neuen Perspektive bestaunen konnte. Außerdem sichteten wir Murmeltiere und lauschten der Teufelsmühle, dem unterirdischen Abfluss des Funtensees.

Am Freitag hieß es dann Abstieg: Die sogenannte "Saugasse" mit über 36 spitzen Kehren war der eindrucksvollste Teil dieser Etappe; das Highlight war aber das Baden im türkisblauen Königssee! Nach einem kurzen Abstecher nach St. Bartholomä setzten wir mit dem Boot über den See und machten uns auf den Weg zurück ins Frankenland.

Wie gut die Fahrt bei den Teilnehmern ankam, kann man in einigen Bildbeschriftungen in der folgenden Galerie lesen. Die zurückgelegte Route kann man in der angehängten ZIP-Datei nachvollziehen.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern