Erfahrungsbericht Frankreich 2011

Nach einer langen und anstrengenden Fahrt haben wir, 25 Schüler und Schülerinnen aus der 9a und 9b, am Sonntag, dem 20. März, unser Ziel, St. Florent-le-Vieil, eine kleines Städtchen mit ca. 2700 Einwohnern nahe der Westküste Frankreichs, bzw. Champtoceaux, einen weiteren, auch in der Bretagne, aber etwas von „St. Florent“ entfernt liegenden kleinen Ort, endlich erreicht. Denn wegen der hohen Teilnehmerzahl am GCE wurden die Schüler auf diese zwei Orte aufgeteilt, die Ausflüge wurden jedoch gemeinsam unternommen. Mit gemischten Gefühlen stiegen wir aus dem Bus, denn noch wussten wir ja nicht, was uns genau erwartete, ob die Gastfamilie und der Austauschpartner nett sind, oder wie man mit der neuen Umgebung und der französischen Sprache umgehen wird.

Alle Zweifel verflogen jedoch schnell, nachdem wir einige Stunden in unseren freundlichen und immer gut gelaunten Gastfamilien verbracht hatten. Bereits in den ersten Tagen begeisterte uns außerdem die exzellente französische Küche: Wie es in Deutschland auch immer häufiger der Fall ist, essen die Franzosen unter der Woche meist nur abends zusammen, da die Eltern tagsüber auf der Arbeit sind und die Kinder den ganzen Tag in der Schule verbringen, bis sie um etwa 17 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren. Das Essen besteht meist aus einer Vorspeise, zum Beispiel einer Suppe, einem Hauptgericht und einer Nachspeise, die sehr unterschiedlich sein kann. Man isst nach der Hauptspeise entweder Käse, einen Joghurt oder auch spezielle französische Desserts, wie die „schwimmende Insel“ (L’île flottante).

Am Tag nach der Ankunft besuchten wir zunächst die Schulen unserer Austauschpartner. Ein Teil der Deutschen fuhr mit ihren Austauschpartnern zum Collège Jacques Cathelineau, der andere Teil besuchte das Collège St. Benoît. Am Nachmittag besichtigten wir mit einem ortskundigen Führer das jeweilige Städtchen, in dem sich die Schule befindet. Am Dienstag, dem 3. Tag unseres Aufenthaltes in Frankreich, fuhren wir gemeinsam in die Stadt Nantes, in der zunächst eine zweistündige Stadtführung und danach ein Mittagessen in einer Crêperie geplant waren. Anschließend blieb uns noch etwas Zeit zum Shoppen oder zur weiteren Besichtigung der Stadt, bevor es mit dem Bus direkt weiter zu einer Bowlingbahn in Ancenis ging, wo wir den restlichen Abend mit unseren Austauschpartnern verbrachten. In den nächsten zwei Tagen folgten weitere Tagesausflüge.

Am Mittwoch besuchten wir mit unseren Franzosen das Airbus-Werk in St. Nazaire und verbrachten anschließend am längsten Sandstrand Europas (La Baule) zwei schöne und sonnige Stunden. Tags darauf erkundeten wir Angers durch eine Stadtrallye zum Thema Schokolade. Hierbei mussten wir verschiedene Fragen rund um diese verlockenden Süßigkeit beantworten, indem wir Orte wie bekannte Bäckereien oder Vinotheken der Stadt aufsuchten, um aus deren Schaufenstern Informationen zu entnehmen, oder Passanten befragten. Diese konnten natürlich meist kein Deutsch, versuchten uns jedoch trotzdem auf eine freundliche Art und Weise zu helfen. Am Nachmittag bekamen wir ein weiteres Mal Gelegenheit dazu, einen Stadtbummel zu machen und Souvenirs für uns oder unsere Eltern zu kaufen. Am Freitag besuchten wir wieder den Unterricht in unserer Gastschule. Nach dem Mittagessen in der Kantine der Schule spielten wir auf einem Platz neben der Kathedrale in St. Florent-le-Vieil „Boule de sable“. Bei diesem französischen Spiel versuchen zwei Teams jeweils eine Holzkugel so auf ein Feld aus Sand zu werfen, dass die Kugel so nah wie möglich an einer anderen, kleineren Kugel, dem Meister („maître“), zum Liegen kommt. Es ähnelt weitgehend dem etwas bekannteren Spiel „Boccia“.

Am Abend hatten wir unsere Abschiedsfeier im Collège St. Benoît (Champtoceaux), auf der sehr viel getanzt und zudem geschlemmt wurde. Unsere Gastfamilien hatten ein Buffet für uns zusammengestellt, das keine Wünsche offen ließ. Den Samstag, unseren letzten Tag in Frankreich, verbrachten wir mit unseren Austauschfamilien. Um 18 Uhr traten wir dann nach einer schönen und lehrreichen Woche, in der wir durchgehend schönes Wetter hatten, die Rückreise nach Deutschland an und freuten uns auf den Gegenbesuch, bei dem das Wetter zuweilen etwas schlechter war, der aber ebenso viel Spaß gemacht hat!

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern