Konsumkritik

Wir Deutschen sind Konsumenten – in den verschiedensten Bereichen. Dass dieser Konsum allerdings immense Konsequenzen für die Umwelt hat, ist den meisten gar nicht bewusst. Um uns dies vor Augen zu führen haben wir, die Schüler der Klasse 8b, am 21.06.13 eine Exkursion unter der Leitung von Herrn Kerling unternommen. Dabei haben wir in Gruppen Präsentationen über die Konsumfolgen ausgearbeitet und diese in der Bayreuther Innenstadt an thematisch passenden Orten vorgeführt:

 

Flugreisen

Durch eine gespielte Diskussionsrunde unter einem Umweltschützer, einem Urlauber, einem Logistikfachmann und einem Aktivisten haben wir erfahren, dass der Konsum von Flugreisen vor allem Probleme für Umwelt und Klima hervorruft. Beispielsweise wird durch die von Flugzeugen ausgestoßenen Schadstoffe die Ozonschicht angegriffen, und das CO2 verstärkt die globale Klimaerwärmung. Transporte von Gütern sollten mehr durch Schiffe oder die Bahn erfolgen, als normaler Bürger sollte man Kurzstreckenflüge vermeiden.



Fastfood

Warum die Abholzung des Regenwaldes mit dem Fleisch auf einem Hamburger etwas zu tun hat, hat uns die Fastfoodgruppe in einem interessanten Rollenspiel dargestellt. Die Nachfrage an Fastfood steigt stetig, was zur Folge hat, dass es immer mehr dieser Restaurants gibt und dafür auch immer mehr Fleisch gebraucht wird. Die Rinder, deren Fleisch dann zum Burger verarbeitet wird, brauchen natürlich Futter – am billigsten ist Soja. Für dessen Anbau wird immer mehr Regenwald abgeholzt um den Platz für Plantagen zu nutzen. Selbst kann man nur das ohnehin ungesunde Fastfood meiden.



Kleidung

Nachdem wir im Rotmaincenter nach dem billigsten T-Shirt gesucht haben (es hat 2,95€ gekostet), klärte uns die Gruppe „Kleidung“ über die Probleme bei der Herstellung auf. Da Kleidung immer günstiger wird, müssen die Arbeiter/innen in den Fabriken die Konsequenzen ziehen. Viele leben unter jeder Menschenwürde, bekommen kaum Geld und haben kaum Rechte. Eigentlich kann man als Konsument nichts dagegen tun, außer weniger neue Kleidung zu kaufen und sich über die Herkunft (Produktionsort und dortige Verhältnisse) zu informieren.



Handy

Fast jeder besitzt heutzutage ein Handy, doch was alles darin steckt, ist wohl den Wenigsten bewusst. Der Abbau der seltenen Erden, die für die einzelnen Teile des Handys gebraucht werden, ruft nicht nur erhebliche gesundheitliche Schäden bei den Arbeitern hervor sondern löst in Ländern wie dem Kongo ganze Bürgerkriege aus. Außerdem sind diese Metalle endliche Ressourcen – die Gruppe „Handy“ forderte uns also dazu auf, unser Handy so lange wie möglich nicht zu wechseln, fachgerecht zu entsorgen (→ Recycling) und es vor allem nicht unbenutzt herum liegen zu lassen.



Papier

Die Gruppe Papier informierte uns im Hofgarten über die Folgen von unserem großen Papierkonsum. Deutschland ist das Land in dem am meisten Papier benötigt wird, und dazu müssen viel zu viele Bäume gefällt werden. Auch der Regenwald leidet darunter, da immer mehr Regenwaldfläche abgeholzt wird, was Auswirkungen auf das gesamte Klima hat. Wir als Verbraucher können darauf achten, statt normalem Papier Umweltpapier zu verwenden und nicht soviel zu verschwenden. Damit Recyclingpapier überhaupt erst entstehen kann, müssen wir allerdings mitmachen, deswegen sollten wir Papier immer in die dafür vorgesehenen Mülleimer werfen.



Ernährung

Passend zum Thema wurde uns dieses vor dem „BioBio“ dargestellt. Wir kamen zu dem Schluss, dass Massentierhaltung sehr schlecht für die Tiere ist und wir generell weniger Fleisch essen sollten und mehr Bio-Produkte kaufen sollten. Auch für die Landwirtschaft hat unser Essverhalten folgen. Es gibt zum Beispiel immer mehr Großgrundbesitzerbesitzer und kaum Kleinbauern mehr, da diese ihr Land verkaufen müssen. Die Großkonzerne setzen auf Monokulturen: es wird nur noch eine Sorte angebaut, die Artenvielfalt z.B. bei Getreide verringert sich, was die Schädlingsanfälligkeit erhöht. Auch Gentechnik ist ein großes Thema, die genetisch veränderten Sorten rotten die natürlichen Sorten teilweise komplett aus, deswegen wird unsere Ernährung immer einseitiger. Wir als Verbraucher sollten darauf achten, dass wir mehr Bio Produkte und Produkte aus der Region kaufen.

Vor Ort hat sich noch Herr König-Zeußel vom „BioBio“ freundlicherweise die Zeit genommen und uns ebenfalls detailliert über die Konsumfolgen von unserer Ernährung aufgeklärt – er ist der Meinung, dass die Ernährung der Zukunft nur ökologisch funktionieren kann.
Im Bioladen wurden wir über diverse Siegel aufgeklärt (zum Beispiel Fair-Trade, Bio Abzeichen) und durften verschiedenste Bioprodukte genießen. Außerdem haben wir entdeckt, dass Bio doch nicht so teuer ist wie gedacht und vor allem mindestens genau so gut schmeckt.




Alles in allem war es eine sehr gelungene Exkursion, die uns über unser oft schlechtes Konsumverhalten aufmerksam gemacht hat und uns gezeigt hat, dass wir, wenn wir uns bemühen, ein Stück Welt verbessern können, indem wir mehr darauf achten, was wir kaufen, wie wir es entsorgen und wie viel wir kaufen. Sie hat zum Nachdenken angeregt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der uns hilft die Zukunft, vor allem uns zuliebe, zu verbessern.

Laura Müller / Johanna Wirth, 8b

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern