Osterfahrt USA

Schon am letzten Schultag vor den Osterferien traf sich eine Gruppe von 24 Schülerinnen und Schülern sowie drei Begleitlehrkräfte morgens um 6 Uhr auf dem Parkplatz des GCE, um ihre Studienreise in die Vereinigten Staaten von Amerika anzutreten. Über den Flughafen Nürnberg ging es mit Zwischenstopp in Frankfurt direkt nach Washington D.C., wo wir von unserem ehemaligen Kollegen und Amerikaexperten Hans Karpinski schon erwartet wurden.

Den Jetlag noch nicht ganz überwunden, machten wir uns nach der ersten Nacht direkt auf, die Hauptstadt der USA zu erkunden. Über das Albert Einstein Memorial und das Vietnam Veterans Memorial ging es an einen der geschichtsträchtigsten Orte Nordamerikas: das Lincoln Memorial. Dieses an die antike griechische Bauweise angelehnte Gebäude beherbergt nicht nur eine Statue und zwei Reden des ersten republikanischen Präsidenten, der im amerikanischen Bürgerkrieg eine zentrale Rolle spielte, sondern ist auch der Ort, an dem Martin Luther King Jr. seine bekannte „I have a dream“ Rede hielt. Von hier genossen wir den Blick über die gesamte „Mall“. Vorbei am Korean War Memorial und dem WW II Memorial ging es gemeinsam bis zum Washington Monument, von dem aus die SchülerInnen auf eigene Faust das Weiße Haus und die Smithsonians erkunden durften. Besonders zu erwähnen sind hier das American History Museum und das Air and Space Museum.

Am nächsten Tag erwartete uns in Washington schon der bekannte „Cherry Blossom“. Auch das Thermometer stieg deutlich höher als in unserer deutschen Heimat. Wir hatten außerdem die Möglichkeit ein Basketballspiel der Washington Wizards gegen einen der Top-Favoriten der diesjährigen NBA, die Houston Rockets mit ihrem Superstar James Harden, zu sehen.

Mit den vier gemieteten Kleinbussen ging es – mit einem Zwischenstopp im Udvar Hazy Center, in dem unter anderem das Space Shuttle Discovery und die Enola Gay stehen – weiter nach Williamsburg. Neben dem College of William and Mary, einer der ältesten Hochschulen des Landes, befindet sich hier auch das „Colonial Williamsburg“ – ein living-history Museum, in dem man einen Einblick in das Leben zwischen 1699 und 1780 bekommt. Neben einer Schmiede, einer Buchdruckerrei, einem Justizgebäude und der Waffenkammer wird hier noch traditionell Landwirtschaft betrieben, gebacken und Wolle gesponnen. In direkter Umgebung befinden sich auch das Yorktown Victory Center und das Jamestown Settlement, in dem unsere Schüler bei einer begeisternden Führung Schiffsknoten binden, Felle enthaaren und die Nachbauten der Susan Constant, der Godspeed und der Discovery, die Schiffe, welche die Siedler 1606 von London aus in die Neue Welt brachten, besichtigen durften. Dieser Tag war ein Highlight der Reise. Neben dem ganzen „historischen Programm“ blieb allerdings noch genug Zeit, sich in den Outlets der Stadt mit neuen Klamotten einzudecken und abends den beliebten Treffpunkt -  den Hotelpool – aufzusuchen. Dank der Kontakte und des Fachwissens von Herrn Karpinski durften wir eine der bekanntesten Privatschulen des Landes – die St. Andrew’s School in Middletown in Delaware besichtigen. Hier wurde unter anderem der Film „Club der toten Dichter“ gedreht und die SchülerInnen bekamen einen kleinen Einblick in das Internatsleben in den USA.

Die Krönung hatten wir uns allerdings für das Ende unserer Reise aufgehoben: New York – die Stadt der Städte. Hier kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus und der Blick wanderte vermehrt „nach oben“. Mit der Staten Island Ferry an der Südspitze Manhattans angekommen, wurden wir auf der Überfahrt schon, wie einst die Einwanderer, von der Freiheitsstatue begrüßt und hatten bei bestem Wetter einen tollen Blick auf die Skyline. Über die Wall Street und vorbei am One World Trade Center und der Trinity Church ging es dann mit der Subway etwas weiter in den Norden. Das Empire State Building ließen wir links liegen und begaben uns an der St. Patrick’s Cathedral vorbei zum Rockefeller Center, von dessen Dach wir den hervorragenden Blick auf die gesamte Stadt genießen konnten. Ein kurzer Blick in den Central Park und ein paar schnelle Fotos am Times Square und schon war der wohl anstrengendste aber auch faszinierendste Tag unserer gesamten Reise wieder vorbei und wir brachen per Subway und Fähre zu unseren Kleinbussen in Staten Island auf.

In Washington angekommen nutzten wir den letzten Tag noch für einen Besuch auf dem Arlington National Cemetery mit seinen Sehenswürdigkeiten und schauten uns die Wachablösung (Changing of the Guards) an.

Nach 12 anstrengenden, aber sehr schönen Tagen, traten alle etwas geschafft, aber wohlauf, wieder die Heimreise nach Deutschland an.

Zu Reisebeginn waren unsere SchülerInnen sehr erstaunt, von fast jedem mit einem freundlichen „How are you?“ begrüßt zu werden, verhielten sich aber noch sehr zurückhaltend. Später verloren sie ihre Scheu und suchten durchaus auch von sich aus das Gespräch mit den Fremden, um sich auszutauschen.

Für die Meisten wird diese Fahrt sicher ein Erlebnis gewesen sein, von dem sie noch lange erzählen können. Trotzdem waren wohl viele froh, wieder einen Schweinebraten oder Bratwürste anstatt Burger und Pommes serviert zu bekommen.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern