VdF: Grünes Band Deutschland und Europa

Montag, 30. April 2012 - 19:00

Am Montag, den 30.04.2012, findet im Megaron des GCE um 19:00 Uhr ein öffentlicher Lichtbildervortrag mit dem Thema Grünes Band Deutschland und Europa – Vom Eisernen Vorhang zur Lebenslinie statt. Referent ist Richard Mergner. Im Rahmen seiner Vortragsreihe lädt der Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums zu dem genannten Vortrag alle Interessenten herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

Naturerbe Grünes Band Deutschland und Europa – Grenzen trennen, Natur verbindet!

Von der bestgesicherten Grenze der Welt, dem „Todesstreifen“, wandelte sich die ehemalige innerdeutsche Grenze zu einer einzigartigen Lebenslinie. Das so genannte Grüne Band ist heute längster Biotopverbund Deutschlands sowie ein lebendiges ökologisches Denkmal der Wiedervereinigung.

Unmittelbar nach Öffnung der Grenze im November 1989 ergriffen der Bund Naturschutz in Bayern und der bayerische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), zusammen mit engagierten Naturschützern aus der ehemaligen DDR, die Initiative, die entlang der deutsch-deutschen Grenze entstandene Biotopkette als zusammenhängendes Grünes Band zu sichern.

Als die zentrale Struktur eines 1.393 Kilometer langen Biotopverbundes zieht sich das Grüne Band von der Ostsee über Elbe, Harz und Rhön bis zum „Dreiländereck“ an der sächsisch-bayerisch-tschechischen Grenze. Über neun Bundesländer hinweg schlängelt sich das Grüne Band durch fast alle Naturräume Deutschlands (Mittelgebirgshochlagen, Feuchtgebiete und Felsflure). Über 1.200 seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten, vom Breitblättrigen Knabenkraut (Orchidee) über Laubfrosch, Schwarzstorch bis zum Fischotter, finden hier einen Lebensraum. Es konnte sich eine Kette wertvoller Biotope quer durch die Republik entwickeln.

Das Grüne Band Deutschland stand Pate bei der faszinierenden Idee des „Grünen Bandes Europa“. Vom Eismeer bis ans Schwarze Meer haben sich entlang des Eisernen Vorhangs, über 12.500 Kilometer hinweg, in jahrzehntelanger Abgeschiedenheit einzigartige Naturlandschaften erhalten, quer durch alle biogeographischen Regionen Europas – von der Tundra bis zum mediterranen Bereich. Zahlreiche Nationalparks, wie der Bayerische Wald/Šumava oder Thayatal/Podyji, finden sich entlang des Grünen Bandes. Tierarten, wie Balkan-Luchs, Braunbär, Fischotter und Wildkatze konnten sich in die Gebiete im Schatten des Eisernen Vorhangs zurückziehen und dort überleben. Das Grüne Band ist heute ein lebendiges Denkmal europäischer Geschichte, es kann nicht nur zu einem Rückgrat des europäischen Naturschutzes werden, sondern hilft auch dabei Menschen über Grenzen hinweg zu verbinden.

 

In dem reich bebilderten Vortrag wird das Phänomen, dass ausgerechnet ein Todesstreifen für die Menschen zur Lebenslinie für die Natur geworden ist, eindrucksvoll veranschaulicht. Es wird auf die schwierige Problematik zur Erhaltung dieses einmaligen Verbundes wertvollster Lebensräume quer durch Europa eingegangen und über die Aktivitäten und Projekte des BN/BUND und seiner europäischen Partner zur Erhaltung des Grünen Bandes informiert.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern