FmS: Was ist Wissen?

Dienstag, 5. März 2013 - 18:00

Im Rahmen des Wahlkurses "Forschung macht Schule" referiert Prof. Dr. Gerhard Schönrich (TU Dresden) über die Frage "Was ist Wissen?". Der Vortrag richtet sich vor allem an Schüler der Klassenstufen 8 bis 10. Aber auch ältere Schüler und interessierte Eltern sind herzlich eingeladen.

Was ist Wissen?

Gerade in einer zunehmend technisch geprägten Welt kommt Wissen, in welcher Form auch immer, eine immense Bedeutung zu. Von der Grundschule bis zur Universität ist deshalb die Vermittlung von Wissen eine der Kernaufgaben jeder Bildungseinrichtung. In den Noten, die über das Erreichen des Klassenziels und damit über die berufliche Zukunft der Schüler entscheiden, wird der jeweilige Stand des Wissens festgehalten und bewertet. Es wäre prekär, sollte sich herausstellen, dass wir gar nicht wissen, was Wissen ist. Mit dem Nachweis, dass die seit Platon gültige traditionelle Definition von Wissen als wahre und gerechtfertigte Überzeugung unzureichend ist, scheint genau dieser Fall eingetreten zu sein. Seit der Entdeckung dieser Lücke vor 50 Jahren streiten Philosophen und Wissenschaftstheoretiker um eine überzeugende Neudefinition des Wissensbegriffs.

Der Vortrag erläutert zunächst das traditionelle Verständnis des Wissensbegriffs und zeigt dann anhand einiger Beispiele aus Alltag und Schule, wodurch dieses Verständnis so nachhaltig erschüttert wurde. Die bisher beste Antwort auf die Schwächen der traditionellen Definition besteht in einer neuen Analyse des Wissensbegriffs als einer auf kognitiven Kompetenzen beruhenden Leistung.

Das Thema „Wissen“ eignet sich gut, die Arbeitsweise von Philosophen exemplarisch vorzuführen. Der Zuhörer erfährt etwas über das Handwerkszeug, das Philosophen benützen, wenn sie ihrem Hauptgeschäft nachgehen: der systematischen Analyse von Grundbegriffen, in denen sich unser Welt- und Selbstverständnis artikuliert.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern