FmS: Rohstoffe und Krieg: Unsere Handys und die bewaffneten Konflikte im Ostkongo

Montag, 22. April 2013 - 18:00

Für sagenhafte 0.- Euro kann man heuzutage beim Vertragsabschluss mit einem Mobilfunkanbieter ein neues Handy ergattern. Und in zwei Jahren folgt dann im Regelfall - gleichfalls zum Nulltarif - das nächste. Das Mobiltelephon ist zum Wegwerfprodukt mutiert. Kritik an unnötigem Konsum ist leicht geäußert und auch von oftmals schlechten Arbeitsbedingungen in ausgelagerten südostasiatischen Produktionsstätten hört man regelmäßig.

Was aber haben unsere Handys mit Bürgerkriegen im Kongo zu tun? Prof. Dr. Martin Doevenspeck von der Uni Bayreuth wird im Rahmen der Vortragsreihe "Forschung macht Schule" diese spannende Frage klären. Eingeladen in den Biologiesaal sind wie immer alle Interessierten, gleich, ob Schüler, Lehrer oder Eltern.

Inhalt

Mitte des Jahres 2012 desertierten Teile der kongolesischen Armee und gründeten die Rebellenbewegung M23, die nun eine Grenzregion in der ostkongolesischen Provinz Nordkivu kontrolliert. Durch diesen erneuten Aufstand sind die seit 20 Jahren andauernden bewaffneten Konflikte im Ostkongo wieder Gegenstand erhöhter internationaler Aufmerksamkeit. In der gängigen Interpretation des Geschehens werden auf dem Weltmarkt begehrte Rohstoffe wie Coltan und Kassiterit, die in der Elektronikindustrie Verwendung finden, als Ursache, Gegenstand und Antriebskraft der Kriege genannt. Der Vortrag wird aus politisch-geographischer Perspektive den Bergbausektor rund um den Kivusee analysieren und am Beispiel der neuen Rebellion das Bild eines Ressourcenkrieges hinterfragen.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern