VdF / FmS: Ist Zeit real? – Erklärungen und Analysen eines philosophischen Problems

Montag, 7. April 2014 - 19:00

Aus der Vortragsreihe "Kosmos und Logos" anlässlich des 350. Jubiläums.

Die Frage, ob Zeit existiert oder nicht, hat - wie alle philosophischen Fragen - eine provokative Spitze: Wie kann man überhaupt daran zweifeln, dass die Zeit existiert? Zu überwältigend scheinen uns die Beweise für die Realität der Zeit zu sein: Um uns ändert sich die Welt mit rasender Geschwindigkeit. Werden wir nicht von dem Lauf der Zeit fortgerissen, ob wir wollen oder nicht? Prüft man diese Annahmen aber genauer, zeigt sich: der Zweifel ist berechtigt. So sind von der Existenz zukünftiger Zeit schon deutlich weniger Leute überzeugt. Zu sehr widerstreitet die Annahme, dass heute schon feststeht, was Jahre später sein wird, unserem Freiheitsverständnis. Wie steht es mit der Existenz der vergangenen Zeit? Die Dinosaurier sind ausgestorben, Cäsar und Napoleon sind tot. Wenn sie nicht mehr existieren, wie können wir uns dann noch auf sie beziehen? Existieren die Tatsachen, die wir mit ihnen in Verbindung bringen, irgendwie zeitlos weiter? Nur in Bezug auf die Gegenwart scheinen wir uns der Realität der Zeit versichern zu können. Doch auch diese Sicherheit ist trügerisch, wie man seit Augustinus weiß. Der Held des Abends wird jedoch nicht Augustinus, sondern der angelsächsische Philosoph McTaggart sein, der mit seiner Unterscheidung zweier Zeitreihen (A- und B-Reihe) und dem Beweis, dass Zeit irreal sein muss, die moderne Zeitmetaphysik immer noch prägt. Der Vortrag zeigt, dass man nicht alle Voraussetzungen dieses Beweises akzeptieren muss.

Der Vortrag findet um 19:00 Uhr statt, der Eintritt ist wie immer frei. Hiermit sind alle Interessenten herzlich dazu eingeladen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern