VdF / FmS: Einwanderer in einer Millionenstadt. Die Fremden im antiken Rom

Montag, 11. April 2016 - 19:00

Ein Vortrag von Prof. Dr. Ralf Behrwald, Universität Bayreuth

Rom war die erste Metropole in der Geschichte Europas: die Stadt besaß  seit dem ersten Jahrhundert vor Christus etwa eine Million Einwohner, und diese Zahl wäre ohne eine massive Zuwanderung nie zustandegekommen, war auch später ohne ständige neue Zuzüge nicht zu halten. Und schon seit der späten Republik kamen diese Zuwanderer nicht nur aus dem Umland, ja nicht allein aus ganz Italien: Einwanderer aus dem ganzen Mittelmeerraum bevölkerten die Stadt, und diese Fremden prägten das Stadtbild der Kaiserzeit wesentlich mit.

Der Vortrag wird der Frage nachgehen, wie diese Einwanderer in Rom lebten und wie sie sich in die städtische Bevölkerung integrierten. Die Einwanderung machte aus Rom auch die erste ‚Weltstadt‘ Europas, eine Stadt unterschiedlicher Religionen und verschiedener Sprachen, die unter der Herrschaft der römischen Kaiser nicht nur geduldet wurden: gerade die Vielfalt der städtischen Bevölkerung trug in der Kaiserzeit auch zur Rechtfertigung der Kaiserherrschaft bei — wurde die Stadt doch gleichsam ein Spiegel des Reiches und der gesamten bewohnten Welt, über die der Kaiser seine Herrschaft ausdehnen wollte.

Lebenswirklichkeit und politische Bedeutung der Fremden in Rom werden so gleichermaßen behandelt werden, und die Betrachtung der Fremden in der Hauptstadt legt zugleich wesentliche Elemente, aber auch die ganze Widersprüchlichkeit der Kaiserherrschaft in Rom zutage, die gleichzeitig römische Traditionen und weltweite Geltung für sich in Anspruch nahm.

Der Vortrag findet um 19h im Megaron statt. Der Eintritt ist wie immer frei.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern